Luxor am Abend


Luxor – Die Stadt der hundert Tore

Luxor gehört zu den bedeutendsten historischen Städten Ägyptens und gilt heute als eines der größten Freilichtmuseen der Welt. Die Stadt liegt am Ostufer des Nils und war in der Antike unter dem Namen Theben bekannt.

Wann Luxor genau gegründet wurde, lässt sich heute nicht eindeutig bestimmen. Bereits im Alten Reich spielte die Region jedoch eine wichtige Rolle. Zu Beginn des Mittleren Reiches stieg Theben unter Mentuhotep II. zu einem der wichtigsten politischen Zentren Ägyptens auf.

Seine größte Blütezeit erlebte Theben während des Neuen Reiches. In dieser Epoche wurde die Stadt zum religiösen und zeitweise politischen Mittelpunkt eines mächtigen ägyptischen Reiches.

Von hier aus regierten einige der berühmtesten Pharaonen der ägyptischen Geschichte.

Theben – Hauptstadt mächtiger Pharaonen

Luxor war Schauplatz zahlreicher bedeutender Ereignisse der altägyptischen Geschichte.

Königin Hatschepsut ließ von hier aus ihre berühmte Expedition in das sagenumwobene Land Punt organisieren. Thutmosis III., einer der erfolgreichsten Feldherren des Alten Ägypten, führte zahlreiche militärische Feldzüge und erweiterte den ägyptischen Einfluss weit über die damaligen Landesgrenzen hinaus.

Jahrhunderte später hinterließ Ramses II. seine Spuren in zahlreichen Tempeln und Monumenten Ägyptens. Zu seinen berühmtesten Bauwerken gehören die Tempel von Abu Simbel.

Seiner Großen Königlichen Gemahlin Nefertari widmete er dort einen eigenen Tempel. Ihre prachtvoll dekorierte Grabstätte im Tal der Königinnen in Luxor zählt heute zu den schönsten erhaltenen Gräbern des Alten Ägypten.

Was bedeutet der Name Luxor?

Die Stadt trug im Laufe ihrer langen Geschichte verschiedene Namen.

Der altägyptische Name Waset bezeichnete die Stadt, während sie in religiösen Texten auch als Niut-Imen – „Stadt des Amun“ bezeichnet wurde.

Der Name Theben, unter dem die Stadt in der klassischen Antike bekannt wurde, verbreitete sich später insbesondere durch griechische Autoren.

Der griechische Dichter Homer bezeichnete Theben in der Ilias als die „hunderttorige Stadt“. Diese poetische Bezeichnung könnte auf die gewaltigen Tempelanlagen, monumentalen Pylone und Tore der Stadt anspielen.

In griechisch-römischer Zeit wurde Theben außerdem Diospolis Magna, die „Große Stadt des Zeus“, genannt. Die Griechen setzten dabei den ägyptischen Gott Amun mit Zeus gleich.

Der heutige Name Luxor geht auf das arabische Al-Uqsur (الأقصر) zurück, den Plural von al-qasr – „Palast“ oder „Festung“. Der Name bezog sich vermutlich auf die monumentalen Tempelruinen, die spätere Besucher wie gewaltige Paläste oder Festungen wahrnahmen.

Theben und der Gott Amun

Theben war vor allem die Stadt des Gottes Amun.

Gemeinsam mit seiner Gemahlin Mut und ihrem Sohn Chons bildete Amun die sogenannte Thebanische Triade.

Mit dem politischen Aufstieg Thebens gewann auch der Kult des Amun immer größere Bedeutung. Besonders während des Neuen Reiches entwickelte sich Amun-Re zu einer der wichtigsten Gottheiten Ägyptens.

Das religiöse Zentrum dieses Kultes war die heutige Tempelanlage von Karnak.

Pharaonen ließen dort über viele Generationen hinweg Tempel, Kapellen, Pylone, Obelisken und Statuen errichten. Dadurch entstand eine der größten und beeindruckendsten religiösen Tempelanlagen der antiken Welt.

Echnaton und die religiöse Revolution

Eine außergewöhnliche Phase der ägyptischen Geschichte begann unter Amenophis IV., besser bekannt als Echnaton.

Der König förderte die Verehrung des Sonnengottes Aton und stellte dessen Kult über die traditionellen Götter Ägyptens. Dadurch verlor insbesondere die mächtige Priesterschaft des Amun zeitweise ihren Einfluss.

Echnaton verließ Theben und gründete eine neue Residenzstadt: Achet-Aton, das heutige Tell el-Amarna.

Nach seinem Tod wurde diese religiöse Reform weitgehend rückgängig gemacht. Unter Tutanchamun wurden die traditionellen Kulte wiederhergestellt und Amun erhielt erneut seine herausragende Stellung.

Auch nachdem spätere Pharaonen ihre Residenzen in den Norden Ägyptens verlegten, blieb Theben über lange Zeit ein bedeutendes religiöses Zentrum.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Luxor

Heute befinden sich auf beiden Seiten des Nils außergewöhnliche Zeugnisse dieser mehr als dreitausendjährigen Geschichte.

Das Ostufer war vor allem mit dem Leben, den Tempeln und den großen religiösen Festen verbunden. Auf dem Westufer befinden sich dagegen zahlreiche königliche und private Gräber sowie Totentempel.

1. Luxor-Tempel

Der Luxor-Tempel liegt mitten im heutigen Stadtzentrum direkt am Nil.

Die Tempelanlage wurde hauptsächlich während des Neuen Reiches ausgebaut. Besonders Amenophis III. und später Ramses II. prägten das heutige Erscheinungsbild des Tempels.

Luxor-Tempel war eng mit dem großen Opet-Fest verbunden.

Während dieses bedeutenden religiösen Festes wurden die Kultbilder der thebanischen Götter Amun, Mut und Chons in einer feierlichen Prozession zwischen Karnak und Luxor transportiert.

Heute verbindet die restaurierte Sphingenallee – Avenue of Sphinxes die beiden Tempelanlagen wieder miteinander.

Ein Besuch am späten Nachmittag oder am Abend ist besonders reizvoll, wenn die monumentalen Säulen, Statuen und Reliefs beleuchtet werden.

2. Karnak-Tempel

Die Tempelanlage von Karnak gehört zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Ägyptens.

Über viele Jahrhunderte erweiterten zahlreiche Pharaonen das Heiligtum. Das Zentrum der Anlage bildet der große Tempel des Amun-Re.

Bereits der Zugang mit der monumentalen Sphingenallee vermittelt einen Eindruck von der gewaltigen Dimension des Heiligtums.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb von Karnak gehören:

  • der Erste Pylon und der Große Hof,
  • der Tempel Ramses’ III.,
  • der Kiosk des Taharka,
  • der monumentale Große Säulensaal,
  • die Obelisken der Königin Hatschepsut und anderer Herrscher,
  • die Heiligtümer des Amun,
  • der Festtempel Thutmosis’ III.,
  • der sogenannte Botanische Garten,
  • der Heilige See,
  • der Tempel des Chons sowie
  • zahlreiche kleinere Kapellen und Heiligtümer.

Der Große Säulensaal

Einer der Höhepunkte eines Besuchs ist der berühmte Große Säulensaal von Karnak.

Auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern stehen 134 monumentale Säulen. Die größten Säulen erreichen eine Höhe von mehr als 20 Metern.

Reliefs und Inschriften erzählen von religiösen Zeremonien, Opferhandlungen und historischen Ereignissen.

Wer langsam durch diesen gewaltigen Säulenwald geht, bekommt einen Eindruck davon, welche Bedeutung Karnak für die Menschen im Alten Ägypten gehabt haben muss.

Karnak – mehr als nur ein Tempel

Karnak ist keine einzelne Tempelanlage, sondern ein riesiger religiöser Komplex.

Er besteht aus drei großen Bezirken:

Amun-Re-Bezirk
Der größte und bedeutendste Teil der Anlage.

Montu-Bezirk
Der nördliche Bereich, der dem alten thebanischen Gott Montu gewidmet war.

Mut-Bezirk
Der südliche Bereich zu Ehren der Göttin Mut, der Gemahlin des Amun.

Über Generationen hinweg hinterließen Pharaonen hier ihre Spuren. Deshalb kann man in Karnak die Entwicklung der ägyptischen Architektur und Religion über viele Jahrhunderte hinweg verfolgen.

Theben-West – die Welt der Pharaonen

Auf der gegenüberliegenden Seite des Nils liegt Theben-West.

Hier befinden sich einige der berühmtesten archäologischen Stätten Ägyptens.

Dazu gehören unter anderem:

  • Tal der Könige
  • Tal der Königinnen
  • Totentempel der Hatschepsut
  • Medinet Habu
  • Ramesseum
  • Memnonkolosse
  • Gräber der Noblen
  • Deir el-Medina

Das Westufer bietet damit einen faszinierenden Einblick in die Vorstellungen der alten Ägypter über Tod, Wiedergeburt und das Leben im Jenseits.

Wie viele Tage sollte man für Luxor einplanen?

Für einen ersten Besuch empfehlen sich mindestens zwei volle Tage.

Am ersten Tag können Karnak-Tempel und Luxor-Tempel auf dem Ostufer besichtigt werden.

Der zweite Tag eignet sich für das Westufer mit Tal der Könige, Hatschepsut-Tempel, Medinet Habu und den Memnonkolossen.

Wer mehr Zeit hat, sollte drei oder vier Tage einplanen. Dann lassen sich auch weniger besuchte Orte wie Deir el-Medina, die Gräber der Noblen, das Luxor-Museum oder das Tal der Königinnen in Ruhe entdecken.

Luxor mit einem privaten deutschsprachigen Reiseleiter entdecken

Die Tempel und Gräber von Luxor sind nicht nur beeindruckende Monumente. Hinter fast jeder Wand, jedem Relief und jeder Inschrift verbirgt sich eine Geschichte.

Mit einem qualifizierten Reiseleiter lassen sich die historischen Zusammenhänge zwischen den Pharaonen, Gottheiten, Tempeln und Gräbern wesentlich besser verstehen.

Castra Travel bietet private Ausflüge und individuell geplante Besichtigungen in Luxor und Theben-West an.

Die Programme können je nach verfügbarer Zeit und persönlichen Interessen individuell zusammengestellt werden – von einer halbtägigen Tempelbesichtigung bis zu mehreren Tagen, an denen die wichtigsten und auch weniger bekannten Sehenswürdigkeiten Luxors ausführlich erkundet werden.

Fazit: Warum Luxor einzigartig ist

Luxor ist weit mehr als eine Ansammlung antiker Tempel und Gräber.

Hier begegnen Besucher auf engem Raum mehreren Jahrtausenden ägyptischer Geschichte: den großen Pharaonen des Neuen Reiches, den Tempeln des Amun, monumentalen Obelisken, farbenprächtigen Königsgräbern und den Überresten einer Stadt, die einst zu den bedeutendsten Metropolen der antiken Welt gehörte.

Die „Stadt der hundert Tore“ gehört deshalb für viele Reisende zu den Höhepunkten einer Ägyptenreise.